CAMPING IN DEUTSCHLAND

12.10.2020

Weitere Eröffnungen sind in Sicht und es ist Zeit, die ersten Ausflüge ins Freie zu planen. Wer in Deutschland eine Nacht auf einem Campingplatz in schöner Umgebung verbringen möchte, ohne von knallenden Autotüren oder Wohnmobilgeneratoren geweckt zu werden, um dann festzustellen, dass das erste, was er sieht, eine Wand aus Wohnwagen ist, hat es nicht so leicht.

Campingplätze ähneln immer mehr grasbewachsenen Parkplätzen, wildes Campen ist fast überall verboten, auch nicht motorisiert, und Biwakieren ist eine Grauzone, die eine gute Portion Mut und Selbstvertrauen erfordert.


‍Die meisten luft- und naturverbundenen Menschen werden verstehen, dass in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland die Naturräume besonders geschützt werden müssen. Tiere und Pflanzen brauchen dringend den wenigen Raum, den wir ihnen noch zugestehen. Naturschutzgebiete und Nationalparks sind deshalb für jedes Übernachtungsabenteuer absolut tabu.



Über Wildcamping in Deutschland

Wildes Campen ist in Deutschland relativ unübersichtlich. Die Gesetze und Richtlinien sind je nach Bundesland unterschiedlich. In § 59 des Bundesnaturschutzgesetzes heißt es, dass das "Betreten der freien Landschaft auf Straßen und Wegen und auf ungenutzten Flächen zum Zwecke der Erholung" jedermann gestattet ist. Dazu gehören Privatwege, Feldraine, Heideflächen, Ödland und Brachflächen sowie landwirtschaftliche Flächen außerhalb der Nutzungszeit. Die Nutzungszeit ist die Zeit zwischen der Aussaat und der Bodenbearbeitung. Das Betretungsrecht umfasst auch die Benutzung von Rollstühlen oder Fahrrädern auf Wegen.

Der Zugang zum Wald ist dagegen im Bundeswaldgesetz geregelt. Es ist einheitlich geregelt, dass nach Paragraph 14 "das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung" erlaubt ist - die Bundesländer regeln die Details. Dazu gehört auch das Zelten und Übernachten außerhalb ausgewiesener Campingplätze.

Eine Sonderstellung nehmen Naturschutzgebiete, Naturreservate, Nationalparks und Landschaftsschutzgebiete ein. In diesen Gebieten ist das wilde Zelten in der Regel streng verboten. Bei Zuwiderhandlung, insbesondere bei anderen Vergehen wie Littering, können hohe Bußgelder verhängt werden. Generell gilt: Halten Sie sich an die örtlichen Gesetze und behandeln Sie die Natur mit Respekt. Es empfiehlt sich auch, den Eigentümer um Erlaubnis zu fragen, bevor Sie auf seinem Grundstück übernachten - eine freundliche Anfrage wird in der Regel gut aufgenommen!



Wer in Deutschland auf Nummer sicher gehen und trotzdem möglichst naturnah übernachten will, kann einen Campingplatz ansteuern oder die örtliche Forstbehörde, aber auch den jeweiligen Grundstückseigentümer fragen. Ein Notbiwak ist in der Regel überall erlaubt und das geplante Biwakieren (Übernachten ohne Zelt im Freien) wird in der Regel für eine Nacht geduldet - mit Ausnahme von Schutzgebieten, in denen das Übernachten ausdrücklich verboten ist.

Da wir das klimafreundliche Reisen fördern wollen, haben wir eine Auswahl für alle zusammengestellt, die mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit dem Kanu oder Kajak unterwegs sind. Einige erfordern eine Registrierung oder Anmeldung. Einige sind kostenlos, andere erfordern einen Mitgliedsbeitrag. Allen gemeinsam ist, dass Sie eingeladen und willkommen sind, Ihr Zelt autofrei aufzuschlagen!

popupcamps.de bietet außergewöhnliche Campingerlebnisse auf temporären Plätzen. Ein PUC soll für Sie ein Wohlfühlort sein, an dem Sie sich wirklich entspannen können. Und das legal und ohne Angst, beim "Wildcampen" erwischt zu werden. Außerdem legen sie Wert auf Sauberkeit und die Vermeidung von Müll.

coolcamping.com: Beim Camping geht es darum, die ganz besonderen Plätze zu finden. Das Team ist seit Jahren auf der Suche nach den allerbesten Campingplätzen. Außerdem finden Sie hier für jeden Campingplatz Bewertungen der Gäste.

trekkingtrails.de ist ein toller Service: Thomas Weingärtner von TrekkingTrails hat alle Trekkingplätze in Deutschland auf einer Karte markiert. Für die Trekkingplätze gelten unterschiedliche Regeln: Manche haben eine Komposttoilette, sind kostenpflichtig und müssen vorab reserviert werden, anderswo gibt es nur eine kostenlose Wiese.

1nitetent.com funktioniert wie Couchsurfing - nur draußen. Jemand stellt dir seinen Garten oder sein Grundstück kostenlos zur Verfügung, damit du dort eine Nacht zelten kannst.

dachgeber.de bietet Schlafplätze von Radfahrern für Radfahrer! Dachgeber basiert auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit: Du schläfst bei mir und ich schlafe bei dir. Sympathisch altmodisch: Jedes Jahr erscheint entweder ein gedrucktes Heft oder eine pdf-Datei mit einem Verzeichnis von über 3.000 Übernachtungsmöglichkeiten in Ihrem Haus oder als Campingplatz in Ihrem Garten. Keine coole App, aber ein tolles, nicht-kommerzielles und ADFC-nahes Projekt. Die Mitgliedschaft kostet 15 Euro im Jahr, 10 Euro für ADFC-Mitglieder. Wer zu Fuß oder mit der Bahn anreist, ist nach vorheriger Absprache ebenfalls willkommen.

warmshowers.org funktioniert ähnlich wie Dachgeber, richtet sich aber ausschließlich an Radfahrer und sammelt Schlafplätze auf der ganzen Welt. Mittlerweile nutzen 160.000 Radbegeisterte diese Plattform mit Sitz in Colorado, USA. Warmshowers ist nicht kommerziell und finanziert sich durch Spenden und eine einmalige Aufnahmegebühr von 30 Dollar.

campspace.com ein einzigartiges Outdoor-Abenteuer. Entdecken Sie schöne und nachhaltige Orte in einem Zelt, Baumhaus oder einer Hütte. Frische Luft atmen, sich klein fühlen zwischen riesigen Bäumen oder ein Gespräch am warmen Lagerfeuer. Der Aufenthalt im Freien verbindet Sie mit sich selbst, mit der Natur und mit den Menschen um Sie herum.

hinterland.camp ist das Airbnb für Camper und Abenteurer. Die erst 2020 gestartete Plattform ist derzeit noch auf Deutschland fokussiert und läuft unter dem Motto "Wir haben das wilde Campen gezähmt". Das Ziel ist es, private Eigentümer und Camper zusammenzubringen.

trekking-eifel.de kann gegen eine Gebühr von 10 Euro genutzt werden. Man bekommt etwas mehr als nur einen Platz zum Zelten - Sitzgelegenheiten, Sanitäranlagen und Plattformen aus Holz laden dazu ein, die frische Luft zu genießen, auch mit einem Fuß in der Komfortzone.

wildes-sh.de In Schleswig-Holstein gibt es auch ausgewiesene Naturcampingplätze, die nicht nur vom Staat, sondern teilweise auch von Privatpersonen zur Verfügung gestellt werden. Die Seite Wildes Schleswig-Holstein bietet allen Radfahrern und Wanderern Lage, Koordinaten und Kurzinfos zu den Plätzen.

zeltzuhause.de und mycabin.eu bieten Zeltplätze auf Privatgrundstücken zu günstigen Preisen an. Nicht ausschließlich für autofreie Reisende, aber gerade bei Campspace und MyCabin gefällt mir, dass nachhaltiges Reisen auch dort im Blog ein Thema ist und dass kohlenstoffarmes Reisen gefördert wird.

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